Cobi 6017 - Geisterschiff

  • Preis
    39,99 € UVP (ich hab es für 32,95 € erstanden)
    Setnummer
    6017
    Steineanzahl
    520
    Minifiguren
    4 (mehr oder weniger lebendige) + 1 Hai

    Hallo Noppensteinweltler,


    heute stelle ich euch das Geisterschiff von Cobi aus der "Pirates"-Serie vor. Da ich selber bereits die Piratenbucht besessen hatte und mir das Set sehr gut gefiel, wollte ich unbedingt mehr aus der Serie haben. Was liegt da näher, als das größte Set der Serie zu kaufen. Ein großes Segelschiff, dass zwar nicht mehr über vollständige Segel, dafür aber über 4 große Kanonen je Seite, 4 Minifiguren, einen Hai und über Teile verfügt, welche im Dunkeln nachleuchten können. Das Set habe ich mir übrigens selber gegönnt. Herrlich, mal wieder Bauspaß, ganz für mich alleine.


    Wenn man in den aktuellen Cobi Katalog schaut, scheint es, als wird das Set nicht mehr produziert. Jedoch gibt es Läden, die das Set derzeit noch führen. Zum Beispiel unser Partnershop Brickster . Insgesamt schade, dass die Serie ein wenig ausgedünnt wird, aber viel mehr ein Grund, noch schnell einiges zu erwerben.


    Nach dem Auspacken kommen einem erst einmal 4 Tüten, welche den Inhalt von 2 Bauabschnitten enthalten, sowie eine Anleitung mit 66 Bauschritten zum Vorschein (Schnitt: ca. 7,9 Steine pro Bauschritt - aus meiner sicht noch ok). Aufkleber sind nicht an Bord, alles Prints.


    Auch wenn die 4 Minifiguren erst in der Tüte von Bauabschnitt 2 stecken, greife ich hier mal vor: 4 Lustige, mehr oder weniger lebendige aber dafür lustige Seeräuber. Stört mich gar nicht, dass die nicht dem dänischen Standard entsprechen. Die Knochen des Skelettes wirken ein wenig zerbrechlich. Ich werde mit der Figur eher vorsichtig umgehen, sie lässt sich aber trotzdem gut aufnoppen.


    Die Tüten aus Bauabschnitt 1 enthalten 7 weitere Tüten. Der ganze Bauabschnitt 1 auf dem Bautisch verteilt und sortiert sieht dann so aus:


    So viel zu dem Thema aus dem Thread "Wie baut ihr?". Wie man erkennt, besteht der Rumpf aus größeren Formteilen, welche aneinandergesetzt werden. Weitere inteessante Formteile sind so eine Art Drachenzähne, das Ruder und die Kanonen, welche, wie auf dem Bild ersichtlich, nicht und niemals schießen können.


    Ein paar Mängel waren an den Fliesen zu finden. Zum einen gab es mal wieder Dellen in den schmalen Fliesen zwischen den Noppenaufnahmen. Hier auf der Abbildung ist das besonders ausgeprägt. Dies habe ich auch bei einer 1x2 er Platte gesehen. Das Phänomen war mir auch nicht neu und schon aus dem Cobi 1574 - Police HQ bekannt. Vielleicht verbessert Cobi hier seinen Fertigungsprozess ja in Zukunft mal. Das habe ich bisher bei keinem anderen Hersteller so ausgeprägt gesehen. Ganz vereinzelt habe ich mal einen Kratzer auf einer Fliese gefunden. Die Angusspunkte auf den Steinen waren zwar auch hier seitlich zu finden, haben mich aber durch den Aufbau bei diesem Set weniger gestört.


    Zunächst einmal werden die Rumpfteile zusammen gebaut und die Kanonen platziert. Die etwas wilde Anordnung von dunkelgrauen und grünen Steinen um die Kanonen herum ist nicht meinen schlechten Augen geschuldet. Anscheinend ist das Schiff gesunken und wild mit Algen überwuchert. Beim Anbringen der 1x6 er Fliese mit den 4 Plate Modified with C-Clamp über der 2. Kanone von Links ist mir der ganze Kram im ersten Anlauf auseinandergeflogen. Kleiner Frustmoment. Da trifft hohe Klemmkraft mit großem Hebel auf zu wenige Noppen, die den Aufbau am Rumpf fixieren. Ich war dann beim 2. Versuch vorsichtiger.


    Wenn man das Muster der grünen und grauen Steine mit der Verpackung vergleicht, kommt einem auch schnell in den Sinn, was auf der Verpackung passiert sein könnte: Das Siff ist dort spiegelverkehrt abgebildet, vermutlich weil ein Werbestratege meinte, dass sich das Schiff besser verkauft, wenn es con Links nach Rechts fährt. Da die Flagge aber nur von einer Seite bedruckt ist, musste man das Schiff anders herum fotografieren. Schaut mal selber auf den Bildern hier im Review nach.


    Im Nu ist der Rumpf auch an Bug und Heck verschlossen. Hier muss ich euch leider enttäuschen: unter den großen Platten an den Enden ist leider nichts ausgebaut. Aber eventuell kann man das ja MODen, so dass man die Platten abnehmen kann und dort Lagerräume oder die Mannschaftsquartiere unterbringt.


    Interessant ist, dass die grüne "wedged" Fliese auf dem folgenden Bild nur mit einer Noppe aufgenoppt ist. Dies ist aus meiner Sicht doch eher untypisch für Cobi. Allerdings wird diese später noch von oben überbaut, so dass die Fliese letztendlich bombenfest sitzt.


    Letztendliche Stabilität des Rumpfes wird durch die Plates entlang des Rumpfes erreicht. Wie man auch sehen kann, hat der Rumpf einige Rollen, damit dem Spielspaß auf dem Kinderzimmerboden nicht entgegen steht. Die beiden 2x8 er Platten, die quer über dem Rumpfboden aufgenoppt sind, sind übrigens nur temporäre Platten. Diese haben nach dem Zusammenbau auch keinen Verwendungszweck mehr. Diese sollen einfach das Set vor dem Wegrollen schützen, wenn man die Deckaufbauten aufbaut. Kleiner Tipp, wer Cobi kennt, weiß, dass den Fingern bei der Entfernung dieser Platten absolutes Leid droht. Die meisten Teiletrenner haben ihre Noppen leider auch so angebracht, dass man diesen hier nicht anbringen kann. Der von Qman / Enlighten ist an dieser Stelle aber anders herum aufgebaut und eignet sich ganz hervorragend zum Entfernen der beiden Platten nach dem Bau.


    Schon geht es weiter mit dem Deckaufbau. Leider setzt sich auch hier fort, was beim Rumpf begonnen hat: Die Innenräume sind nicht bespielbar, da sie massiv mit Steinen ausgefüllt sind. Allerdings sehe ich auch hier gute Möglichkeiten, eine gewisse Modularität und Bespielbarkeit durch Modifikationen später ins Set zu bringen.


    Am Ende von Bauabschnitt 1 sieht das Schiff dann wie folgt aus:


    Im folgenden Bild dann die Teile vom Bauabschnitt 2, bereits vorsortiert. Hier kommen Formteile zum Einsatz. Auch 180° Baurichtungsumkehr ist dabei. Die interessantesten Bauteile sind in diesem Abschnitt tatsächlich die kleinen Totenköpfe, die das Deck verzieren. Zudem ist der Slope neben dem Spinnennetz interessant. Hier ist eigentlich ein Loch drin in das eine Noppe hineiingesteckt wird. Daran wird letztendlich eine Fliese in Holzoptik (hier nicht abgebildet) befestigt.


    Am Heckaufbau wird doch tatsächlich ein kleiner Raum unter einer Doppelluke gebildet. Allerdings ist dieser sehr klein und stellt eher einen Lagerraum dar.


    Der Vordere Aufbau zum Drachenkopf hin ist auch massiv gebaut. Hier ist noch ein großer Laderaum vorhanden. Lasst da aber nicht wirklich was reinfallen. Das dauert eine Weile, bis man Teile da wieder rausgeschüttelt hat.


    Kurz vor Ende bringt Captain Hakenhand hier noch ein wenig Deko auf seinem Schiff an.


    Vorsicht beim Mastaufbau, dass dieser nicht umfällt. Naja, ist vermutlich bei den beiden Kerlen eh egal. Einer davon ist mit Sicherheit eh schon tot.;)


    So, ein paar Szenen aus dem Alltag an Deck. Da ist die ganze Mannschaft im Einsatz:


    Ach übrigens, ihr seht Richtig: das Schiff hat keine Rehling. Ist aber bei der Mannschaft vermutlich auch nicht so dramatisch, wenn einer über Bord geht. Die haben eh nichts mehr zu verlieren. Da kann man auch auf unnötges Gewicht zugunsten der Geschwindigkeit verzichten. Aber womit überhaupt Geschwindigkeit aufnehmen? Die Segel haben schon bessere Zeiten erlebt ;). Anbei ein paar Bilder vom fertigen Geisterschiff:


    Trotz der Kritik, die ich bezüglich der Bespielbarkeit von nicht vorhandenen Innenräumen geäußert habe, finde ich das Set sehr sehr schön und gelungen. Insbesondere an den kleinen Details, die auf dem Schiff verteilt sind, kann ich mich gar nicht satt sehen. Man kann das Set bestimmt gut bespielen. Aber auch als Display kann man es bedingt einsetzen (bedingt, da es keine bekannte Vorlage gibt). Es macht immer wieder Spaß, sich alles im Detail anzugucken und ich überlege ernsthaft, ob ich mir irgendwann noch ein zweites Schiff aus der Serie zulege. Auch meiner Frau gefällt das Set und es darf im Wohnzimmer stehen.


    Eventuell rüste ich die Bespielbarkeit im Inneren irgendwann noch mal nach. Die Ankerketten haben mir keine Probleme bereitet. Wenn man die Kettenglieder an den Öffnungen aufeinander schiebt, geht das ganze recht problemlos. Das Nachleuchten des Skelettes und ein paar anderer Teile ist nicht so wahnsinnig ausgeprägt, aber das war bei mir auch nicht der Kaufgrund. Bleibt als größtes Manko eigentlich nur, dass die Piratenflage nur von einer Seite bedruckt ist. Damit kann ich sehr gut leben.


    Ach ja, ein paar Teile sind noch übrig geblieben. Neben den üblichen Verdächtigen auch noch die beiden temporären Platten. Freut mich, die kann ich bestimmt noch irgendwo anders gut einsetzen.

  • Das Set 6017 fehlt mir noch. Ab mir über den Jahreswechsel einige Piratensets von Cobi gekauft, aber dieses fehlt mir tatsächlich noch. Sehr erfrischendes Review, das keine Fragen offen lässt.

  • *rofl*

    Hab gut gelacht bei dem Text, sehr gut geschrieben!!

    Ich hoffe auf 2021 oder das zweite Halbjahr 2020 bei Cobi.


    Was du noch brauchst, ist das Schwesterschiff von SX, die Black Pearl. Oder die rote Version davon.


    Ca. 25-30 auf Aliexpress, einfach nach Black Pearl suchen.

    ...no animals were harmed during the production of this signature.

    Lesestoff gefällig? Schau bei uns rein: just.bricks

  • Danke für das informative und lustig geschriebene Review :) Cobi hat abseits der Militärsets echt gutes Potential. Hoffen wir mal, dass die Reihe weitergeführt wird, bzw. auch andere Themenbereiche von Cobi weiterhin mit Sets abgedeckt werden.

    Hier entsteht in Kürze eine Signatur... :!:

  • Das Potenzial was Cobi auch abseits der Miltär Sachen hat ist in der Tat riesig. Ich weiß gar nicht ob ihnen das selber so bewusst ist. Allerdings glaube ich, das sie durch den derzeitigen Hype was die Militär Sets angeht, die anderen Sachen hinten anstehen müssen. Leider, auch wenn es nichts für mich ist, finde ich die Sets dennoch sehr gelungen.