Panlos 628009 - PzKpfW VIII Maus

  • Preis
    54,95
    Setnummer
    628009
    Steineanzahl
    2127
    Minifiguren
    5
    Hersteller
    Panlos

    Nachfolgend stelle ich den PzKpfW VIII Maus aus dem Hause Panlos Bricks vor.


    Das Original


    Der Panzerkampfwagen (PzKpfW) VIII Maus ist der schwerste jemals gebaute Panzer. Es wurden lediglich 2 Prototypen fertiggestellt. 3 weitere befanden sich in unterschiedlichen Baustadien als das Projekt eingestellt wurde. Von seinen reinen Kampfwerten stellte der "Maus" alles bisher Existente in den Schatten. Die Panzerung - vor allem in dem für die damalige Zeit wichtige Frontpartie - betrug an manchen Stellen bis zu 250mm. Allierte Panzer - sofern sie nicht mit der sehr effektiven QF 17pdr (76,2mm) Panzerabwehrkanone - ausgerüstet waren (z. B: Sherrman Firefly), stellen keine Bedrohung dar. Theoretisch musste selbst der letztgenannte Sherman Firefly auf unter 500m an einen "Maus" heran um die Forntpanzerung erfolgreich durchdringen zu können. Ein Himmelfahrtskommando angesichts der mächtigen 12,8-cm-KwK44 L/55 die als Hauptwaffe dem Maus diente. Diese war in der Lage bereits auf 2500m jeglichen allierten Panzer zu zerstören. Als "Sekundärbewaffnung" war die ebenfalls sehr erfolgreiche 7,5 cm PaK 40 verbaut (Anm: Die Panzer-Variante dieser PaK 40 war die Hauptbewaffnung z. B. des PzPfW V Panther).


    Diese geballte Feuerkraft in Verbindung mit einem enormen Panzerschutz hatte allerdinges einen gewaltigen Preis: Durch seine schiere Größe und Gewicht hätter der "Maus" nur durch eigene Kraft auf das Schlachtfeld fahren können. Es existierte ein Eisenbahnwaggon, der nur auf offener Strecke eingesetzt werden hätte können, da jeder Eisenbahntunnel und jede -brücke aufgrund des Gewichts und der Breite unpassierbar war. Ein absurd hoher Treibstoffverbrauch von bis zu 3800 L/100km sowie die Maximalgeschwindigkeit auf Straße von 20 km/h schränkten zusätzlich die Beweglichkeit enorm ein. Die Stärke der deutschen Panzer am Anfang des WW2 fußten auf hoher Reichweite und großer Geschwindigkeit und Beweglichkeit. Der "Maus" stellt das genaue Gegenteil dar: ein rollender Bunker mit einem absurd hohen Ressourcenbedarf, der angesichts der nur noch unzureichend verfügbaren Ressourcen des vor der Niederlage stehende Deutsche Reich belastete.


    Ein derartiger Panzer kann sinnvoll - neben dem Ressourcenbedarf - nur dann seine Stärken auf dem Gefechtsfeld ausspielen, wenn seine alles überschattende Schwäche: fehlende Beweglichkeit durch eine eigene uneingeschränkte Luftüberlegenheit im geplanten Einsatzgebiet halbwegs ausgeglichen werden kann. Beides - Ressourcen und zumindest örtlich begrenzte Luftüberlegenheit - war nicht vorhanden. Umso abstruser erscheint ein derartiges Projekt!



    Das Set


    Panlos brachte den Maus mit der Setnummer 628009 mit insgesamt 2127 Teilen im MAßstab ~1:30/1:35 heraus.




    Dem Set liegen neben der Anleitung auch 5 Figuren im MiniFig-Maßstab sowie diversem Ausrüstungszubehör bei. Es gibt keinerlei Aufkleber, alle Details sind Drucke.


    Nett, aber aufgrund der Uniformfarbe nicht ernsthaft zugebrauchen. Die ebenfalls bei Quan Guan WW2 Sets beiliegenden Minifigs machen eine deutlich bessere Figur...


    Die Farbgebung orientiert sich an den bekannten Farbmuster von LEGO. Es wurden keine "Spezialformteile", sondern nur Bauteile, die bei LEGO Verwendung finden in dem Modell verbaut. Panlos legt einen Schwerpunkt auf die detaillierte Darstellung des Innenlebens. Hier werden auch ein Großteil der 2127 Teile verbaut. Die komplette Oberwanne sowie das Oberteil des Turms sind nur an einigen wenigen Noppen befestigt, so dass diese leicht abgenommen werden können und einen Blick auf die zahlreichen Details im Inneren freigeben.


    Die Klemmkraft ist sehr gut - etwas höher als LEGO - und die Qualität der Steine hervorragend. Die Platten sind für vergleichbare asiatische Tiles sher gut und weißen minimale Microkratzer auf. Die Drucke sind gut, unterhalb des Niveaus von Cobi, aber ohne "billig" zu wirken.


    Die Anleitung ist in 9 Bauabschnitte gegliedert, die in zwei seperaten Kartons verteilt sind. Panlos hat sich sichtlich Mühe gegeben eine ansprechende Verpackung zu kreieren. Das gefällt. Die Farbvielfalt hält sich in engen Grenzen. Es dominiert Dunkelgrau (DBG). Daneben etwas Hellgrau (LBG) und einige wenige Steine in Schwarz. Innendetails sind etwas farbenfroher dargestellt. Lediglich die Farbe Weiß erscheint zweifelhaft.


    Der Stil der Anleitung ist an Cobi orientiert: In Farbe der aktuelle Bauschritt, vorhergehende ausgegraut.


    Der Bau


    Die nachfolgenden Bilder sind Ausschnitte der 9 Bauabschnitte.


    Die Unterseite der Wanne mit den Aufnahmen für die Laufrollen. Panlos setzt hier konsequent auf den Einsatz von Techniksteinen.


    Viel Liebe zum Detail. Ein komplett gebauter Antriebsmotor. Leider wird dieser später weitgehend "verdeckt"


    Die Wahl der "Technikscheiben" um das Laufwerk darzustellen ist sehr am Original orientiert. Degradiert das Modell zum reinen Displaymodell. Die "Scheiben" halten den auf sie wirkenden Scherkräften nicht wirklich stand und lösen sich gerne. Hinzu kommt, dass Panlos auf die eigentlich tatsächlich vorhandenen Stützrollen verzichtet hat. Die Kette "läuft" auf der "Kante" (vgl. re Bild, obere Reihe). Der Widerstand ist damit recht hoch. Auf Teppich "rollt" die Wanne dank der eingesetzten Gumminoppen. Im direkten Vergleich zum Cobi-Kettenlaufwerk schneidet die Panlos-Maus nur durchschnittlich ab.


    Die Darstellung von Benzinmotoren und Elektrogeneratoren/-motoren ist insgesamt gelungen.


    Gem. Anleitung werden stumpf alle 12 Laufrollenpaare identisch gebaut. Ich habe mich entschieden 6 spiegelverkehrt zu bauen, so dass in Fahrtrichtung jeweils die erste Laufrolle innen liegt.


    Das Heck mit dem "kleinen" Zusatztank. Im rechten Bild der Spalt bei der Aufnahme deutlich zu sehen - Der Tank "wobbelt" horizontal derbe herum. Hier fehlen im Inneren 2 Technik-Achsstopper.


    Die wohl "merkwürdigste" Stelle im Aufbau. Bis dahin und auch danach wird alles befestigt - teils mehrfach abgesichert. Die auf jeder Seite dargestelle Munition "liegt" einfach nur da. Die beiden zur Wannenaußenseite zeigenden Geschosse habe ich mit Hilfe von "Bügelperlen" BRU von Cobi befestigt. Die beiden Innenliegenden sind später in den Turm gewandert. Das Geklappere nervt.


    Die (fast) fertige Wanne . Noch die Fahrerluke und die in 90°-Kipptechnik gebaute Abdeckung um den Turm aufzunehmen fehlen. Gut sind die jeweiligen Abdeckungen zusehen, die fast durchgängig nur aus einer Lage Plates mit einer darauf befestigten Lage Tiles bestehen. Dank der sehr guten Klemmkraft stellt dies kein Problem dar.


    Der Turm wird wie die Wanne sher detailliert dargestellt. Lediglich die beiden T-förmigen Tile modified für die Aufnahme von Minifigs sind eine Künstlichkeit. Das ganz rechte Bild zeigt wieviel Aufwand bautechnisch betrieben wurde um die Rundungen links und recht der Kanone darzustellen.


    Eine weitere Schwachstelle: Der Drehkranz des Turms. So löblich der Gedanke möglichst am Original zu bleiben auch ist. Für die Funktion "Drehen des Turm" leider tödlich. Die Unterseite des "Drehkranzes" liegt auf den beiden parallel verlaufenden "Kanten" (oberes Bild) auf. Dank der "Einschnitte" rastet der Trum auf verschiedenen Positionen ein und blockiert. Aufgrund der Masse des Turms sind die 8 Noppen, mit denen die Verbindung zur Wanne besteht schnell am Limit und man hat den Turm regelmäßig in der Hand.


    Das fertige Modell



    Pro und Contra


    Pro:

    + maßstabsgetreue Darstellung

    + korrekt dargestelltes "typisches" deutsches Schachtellaufwerk (eine Art Markenzeichen dt. Panzer im WW2)

    + "Kampf- und Gebrauchsspuren" (vll. der ein oder andere "Treffer" zu viel)

    + liebevoll dargestellte "Inneneinrichtung" (inwieweit "Fantasie" des Designers bleibt dahingestellt)

    + Steine- und Druckqualität sowie Klemmkraft/Angusspunkte

    + vielseitige Präsentation durch abnehmbare Abdeckungen Wanne/Turm


    Contra:

    - Stabilität der Laufrollen (Haftung auf der Achse)

    - alle Laufrollenpaare in eine Richtung

    - fehlende Stützrollen

    - durchschnittliche Funktion der Kette/Laufwerk

    - schlechte Funktion Drehbarkeit Turm

    (- Länge des Turm erscheint etwas zu lang) Subjektiver Eindruck - nicht belegt!


    Fazit:


    Die Maus von Panlos ist ein solides Modell und besticht neben der guten Qualität der Steine auch aufgrund der Prints und macht optisch einiges her. Aufgrund der aufgezeigten Mängel (subjetiv) eignet sich das Set ausschließlich als reines Displaymodell. Eine Rolle für die es aufgrund der abnehmbaren Abdeckungen auch vorgesehen scheint. Eine Bespielbarkeit - trotz der guten Stabilität - sehe ich als nicht gegeben. Der direkte "Konkurrent", das Cobi Set 3024 (Mauerbrecher 3032 bewusst ausgeklammert) bringt keinen eindeutigen Sieger hervor. So ist die Rundung der Vorderseite des Turms bei Panlos deutlich besser gelungen. Fällt der Blick frontal darauf ist das Cobi Set gefälliger.


    Einzig der Preis/Teil geht eindeutig zu Gunsten des Panlos Sets: Legt man den letzten Marktpreis (bei allgemeiner Verfügbarkeit) des CObi Sets zu grunde, stehen den 890 Teilen des Cobi Sets die Masse der 2127 Teile der Panlos Maus.


    Inzwischen ist die Cobi Maus nicht mehr am Markt. Die Preise liegen im Bereich der 65-75 Euro für eine gebrauchte Cobi Maus. Risiko ist wie immer bei gebrauchten Cobi-Sets, dass aufgrund der von LEGO abweichenden Farbpalette und dem sehr eingeschränkten Ersatzteilangebot ein Problem entsteht, dass u. U. nicht so einfach gelöst werden kann. Neu werden bei der Cobi Maus inzwischen Mondpresie verlangt - nicht nur wegen der Abkündigung, sondern auch aufgrund der Einstellung der "World of Tanks"-Serie. Teile abgeschlossener Samlergebiete unterliegen einem zusätzlichen Preisschub. Hier kann die Panlos Maus definitv punkten.


    Wem eine "Maus" in seiner Sammlung noch fehlt kann hier gerne zugreifen und wird - sofern als Displaymodell geplant - nichts falsch machen.

  • GhOsT51 Danke für dieses ausführliche Review! Ausführlich von vorn bis hinten.



    ...ein rollender Bunker mit einem absurd hohen Ressourcenbedarf...

    ...3800 L/100km...

    Tja, da hätte nur noch Baku geholfen. *l2*

  • Negativ käme noch die bereits an anderer stelle angesprochene falsche Farbe dazu und und die Proportionen stimmen nur im Bezug auf breite und länge, also von oben betrachtet. Betrachtet man den von der Seite, ist der Turm ist fast um die Hälfte zu niedrig ! Auch die Wanne ist nicht hoch genug im Verhältnis zur Länge. Hier mal ein Foto zum Vergleich. Cobi hat da die Proportionen um einiges besser getroffen

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