Bluebrixx Special 104185 - Vorburg Erweiterung für Burg Blaustein

  • Preis
    199,95
    Setnummer
    104185
    Steineanzahl
    4852
    Erscheinungsjahr
    2022


    Anbau für Landbesitzer


    Lange herbeigesehnt, nun endlich da: Die Vorburg-Erweiterung für Burg Blaustein. Nach einer anstrengenden Woche hier nun mein ausführlicher Baubericht.

    Der Bau...

    …beginnt man wieder mit einem Abriss. In der Anleitung wird genau vorgegeben, was al Ganzes und was als Einzelteilspender entnommen wird. So wird das komplette Torhaus entnommen und später an anderer Stelle wieder aufgebaut. Das Dach vom hölzernen Zugang zum Bergfried wird ebenfalls erstmal beiseitegelegt. Das Haupthaus wird aus Platz- und Gewichtsgründen erstmal entfernt.


    Ist das erledigt, werden an verschiedenen Stellen Steine entnommen und natürlich der komplette Palisadenzaun entfernt. Auch die Standfüße der Bäume werden zerlegt.


    So verbringt man erstmal eine gute Stunde mit Zerlegen und sortieren, bevor der eigentliche Aufbau beginnen kann. Dieser gestaltet sich vom Umfang der notwendigen Schüsseln und Schalen weniger aufwendig, als noch bei der Grundburg, da diesmal eine Bauabschnittssortierung angewandt wird. Zwar haperts noch an einer logischen Reihenfolge der Bauabschnitte, aber die Nummern-Angaben in der Anleitung passen.



    In den ersten 5 Abschnitten wird zunächst die größere Grundplatte gebaut. Wer keinen Spaß an punktgenauer Platzierung von Steinfliesen und den Klemmen der Steinumrandung bei der Grundburg hatte, muss hier stark sein. Vieles wird einem hier bekannt vorkommen. Allerdings sind die Felsen diesmal nicht so hoch gebaut, sodass sich der Aufwand in Grenzen hält. Dennoch ist man hiermit gut 10-11 h beschäftigt – bis man dann bei Bauschritt 402 tatsächlich die bisherige Burg samt Grundplatte auf die neue stellt. Dazu werden auf der neuen Platte fünf Fixpunkte (sechs, wenn man den Brunnenschacht mitzählt) vorgebaut, die von der Position her, den bisherigen Stützplatten am Boden der Burg entsprechen. Wer sie – wie ich – damals nicht auf Anhieb noppengenau geklemmt hatte, muss dies nun nachholen. Ich habe mir dazu einfach erstmal eine Stützkonstruktion aus großen Paneelen (für das Gewicht extra von Cobi) auf der neuen Platte gebastelt und die Burg da draufgestellt. So konnte ich gut nach Augenmaß die Korrekturen vornehmen.



    Danach ließ sie sich relativ gut „klemmen“. An zwei Stellen könnte es aber hapern, da hier die alte Umrandung mit der neuen Einfassung haken kann. Hier half es, die Teile nochmal zu entfern und wieder ordentlich anzuklemmen.



    Nach der Integration der Burg geht es dann spannend weiter. Grundlegung für das Wirtschaftsgebäude, Einbau des Holztores und Hochziehen der ersten Palisadenwände.



    Der Holzturm ist ein eigener Bauabschnitt und wird einem gut 2 h Bauzeit abverlangen. Bei ihm wird – wie später bei dem Wirtschaftsgebäude – konsequent per SNOT und 90° verdreht gebaut. Dazu werden die Böden und Wände teils einzeln vorgebaut und dann zu größeren Abschnitten des Turms verbunden. Das geht soweit ganz gut von der Hand – und immer schön darauf achten, die Slope 45 1 x 1 Double beim oberen Kragen mit dem Angusspunkt nach innen zu klemmen. Beim Bau des Daches sollte man die Grundplatte bereits auf den Turm geklemmt haben, da diese mit den Dachflächen später nur schwer auf alle Noppen zum Klemmen ausgerichtet werden kann. Der Turm wird dann als Ganzes in sein Steinfundament gesetzt, welches auf der Plate vorgebaut wurde. Seine hölzernen Standfüße klemmen dabei über Hinges, welche zumindest bei mir beim Einklemmen leichte Stressmarken aufwiesen. Da ich den Turm nun bereits mehrmals ab- und wieder aufsetzen musste, kann ich zumindest die Aussage treffen, dass es hier bisher zu keinen Problemen kam.


    Auf den Fotos wird man übrigens sehen, dass bei mir an der Hinterseite des Turms zwei große Plates in Reddish Brown hervorstechen. Diese sollten eigentlich laut Anleitung Dark Brown sein, aber es lagen keine entsprechenden Teile bei und die Teile in Reddish Brown wurden auch nicht woanders benötigt. Also gehe ich hier von einer Verwechslung beim Packen aus.



    Auch das Wirtschaftsgebäude ist ein reines SNOT-Fest und 90°verdreht gebaut. Die Türen sind interessant gestaltet und überraschen stabil. Das Gebäude an sich wird in zwei Hälften vorgebaut, bevor es als Ganzes geklemmt wird. Danach folgt das schick gestaltete Holzdach und wenn man damit fertig ist… Erstmal einen Beruhigungstee trinken und dann weitermachen. Denn nun folgt das kniffligste am gesamten Bau der Vorburg. Eigentlich soll nun das Wirtschaftsgebäude, welches unterhalb zwei Plates mit Fliesen als Aufsetzrahmen besitzt auf den bereits vorgebauten Holzrahmen der Schmiede gesteckt werden. Theoretisch sollte das auch passen, allerdings stößt man in der Realität anscheinend auf Toleranz-Grenzen, wodurch die Abstände leider um etwa einen Millimeter abweichen und die Plates nicht einrasten. Das führt zu Frust, Frust führt zu Ärger, Ärger zur Wut und Wut löst bekanntlich alle Probleme. In diesem Fall mit gezielter Gewalt. Schräg aufsetzen und andauerndes Quetschen und Drücken führen schließlich irgendwann dann doch dazu, dass das Kamel durchs Nadelöhr passt. Man kann das Haus auch danach wieder abnehmen, allerdings steht man dann wieder vor dem nächsten Gewaltakt. Also lieber drauflassen, wenn man es geschafft hat.



    Der weitere Bau ist dann ziemlich entspannt: Mauern Hochziehen und das neue Steintor klemmen. Die einzige Sisyphusarbeit hier ist der Torbogen, der als Grundlage eine biegsame Stange nutzt. Diese muss man erstmal mit beiden Enden in die vorgesehene Fassung stecken und dann vorsichtig mit den Steinen bestücken.



    Danach geht es aber in Massivbauweise weiter. Hier wird einem (leider) wieder eine Klemmtechnik bekannt vorkommen, die der Designer bereits beim Bergfried angewandt hat: Einzelne Reihen sind um 90°gedreht und werden auf Technik-Plates aufgesetzt. Hält sich zwar in Grenzen, mir wäre es aber lieb gewesen, wenn man rein auf klassische Bauweise gesetzt hätte. Ansonsten wird beim Torhaus noch ein nett gestaltetes Fallgitter gebaut und mit Ketten montiert, die man vorher im Schweiße seiner Fingerkuppen gesteckt hat.



    Zum Abschluss der Bauvorstellung nochmal ein kurzes Wort zur Qualität der Steine: Insgesamt bleibt es dabei, dass die Klemmkraft der Steine auf einem guten Niveau ist, wenn auch teilweise leicht schwankend und 1x1 Noppenverbindungen immer noch zu den schwächsten Gliedern gehören. Die vorhandenen Bautechniken sorgen aber für ein insgesamt sehr stabiles Modell. Deutliche Farbabweichungen sind mir nicht aufgefallen. Dafür besteht aber an anderer Stelle Verbesserungsbedarf. So hatte ich beim Bau einige Male Fehlteile, die ich nicht immer aus dem Ersatzteilevorrat bedienen konnte, den ich seit der Grundburg separat aufbewahre. Hier musste ich dann tatsächlich auf meinen eigenen Vorrat zurückgreifen. Merkwürdigerweise blieben nach Bauschluss einige Teile über, die ich an den vorigen Stellen hätte gebrauchen können. Ich kann mir das nur so erklären, dass ein paar Teile nicht ausreichend den einzelnen Bauabschnittstüten vorhanden waren und erst durch die späteren ausgeglichen wurden. Hinzukommen Teile in falschen Farben und Fehlgüsse. So war eine 4x6 Plate nicht vollständig gegossen und die letzte Reihe nur halb vorhanden. Passenden Ersatz hatte ich nicht, sodass ich sie trotzdem nutzte, was auch zum Glück funktionierte, dass sie später zusätzlich überbaut wird. Ein 2x6 Brick war zudem an einem Ende so gebrochen, dass er nicht mehr verwendet werden konnte. Dieser konnte von mir leicht ersetzt werden, da diese Bricks in der Grundplatte verschwinden.


    Auch wenn ich persönlich so keine Probleme hatte, trotz der Fehler den Bau fortzusetzen, führt so etwas natürlich bei denjenigen zu Frust, die auf keinen Steinevorrat zurückgreifen können und so zunächst wochenlang auf die Ersatzlieferung warten müssen. Hier sollte Bluebrixx künftig mehr Sorgfalt beim Packen walten lassen bzw. seine Lieferanten darauf hinweisen.



    Neben diesen Problemen fällt auch weiterhin negativ auf, dass einzelne Steine zumindest leicht verdreckt sind oder hier und da noch geringe Gratreste vorhanden sind. Der Umfang dieser Problemsteine ist zwar nicht groß, aber trotzdem immer noch ein kleines Ärgernis. Ein eher kleines Problem ist die Tatsache, dass manche 1x4 Bricks mit Mauermaserung sicht eher schwer aufklemmen lassen. Dafür halten sie natürlich bombenfest.

    Das fertige Modell

    Ich habe bereits viel über den Bau geschrieben. Beim fertigen Modell will ich es bei den Bildern belassen – die sprechen einfach für sich! Für die unterschiedlichen Lichtverhältnisse muss ich mich entschuldigen. Das Modell ist nun zu groß für meine Fotobox, sodass ich bei der Beleuchtung etwas rumprobieren musste. Stellt euch die Burg einfach bei manchen Bildern im nebligen Morgengrauen vor und bei anderen bei hellem Sonnenschein.



    Fazit


    Was für ein Bau! Mit den angegebenen 4852 Steinen ist die Vorburg als Set nur unwesentlich kleiner, als die eigentliche Grundburg mit ihren 5250 Teilen. Nach ca. 17 h hat man aber dann die Burg auf die Größe gebracht, die sie eigentlich verdient. Auch wenn man den größten Teil der Bauzeit nur damit verbingt, die größere Grundplatte zu klemmen – es lohnt sich! Der fertige Bau ist einfach nur imposant und wie man bereits erahnen konnte und mittlerweile weiß, wird der noch relativ freie Baumplatz bereits für die nächste Erweiterung verwendet. Da geht also noch was. Man merkt aber auch, dass man mit der Größe der Platte so langsam an händelbare Grenzen stößt. Sei es der notwendige Platz beim Bauen (ich empfehle eine ruhige geschütze Ecke, die mehrere Tage lang belegt sein darf) oder das steigende Gewicht. Die groben Maße der fertigen Burg sind am Schluss 65x48x58 (LxBxH), dass muss man auch erstmal ausstellen können. Wie man auf meinem Bildern gut erkennen kann, ist ein Tisch mit 74 cm im Quadrat ausreichend mit der Burg ausgefüllt. Das gesamte Gewicht der Burg beträgt nun ca. 10 kg! Das muss man auch erstmal tragen können. Aprospos Tragen: Ja, noch kann man sie einzeln hochheben, wenn man sich geschickt und vorsichtig anstellt. Es empfiehlt sich aber, vorher alles lose abzunehmen, einfach um Gewicht zu sparen und möglicherweise abfallende Teile vorsorglich in Sicherheit zu bringen.


    Trotzdem hat der Designer wieder mal ein schönes Stück Arbeit abgeliefert und ist seinem bisherigen Vorgehen treu geblieben, was die verwendeten Bautechniken angeht. Gerade im Bezug auf die Anleitung hier mal ein großes Lob an das Durchhaltevermögen, so etwas zu beschreiben.


    Ärgerlich sind weiterhin eine leicht schwankende Teilequalität sowie Fehlteile und kaputte Steine. Dank Steinevorrat für mich kein Baustopper, aber sowas darf einfach nicht in diesem Ausmaß vorkommen, wenn man Lego nacheifern möchte. Für dieses Set ist es auch die größte Ersatzteilbestellung, die ich bisher bei Bluebrixx tätigen musste, auch weil einige Teile in falschen Farben beilagen.


    Abschließend bleibt nur noch festzuhalten: Mit der Vorburg erhält man endlich eine Erweiterung für Burg Blaustein, mit der diese eine gewisse abgeschlossene Form bekommt. Es ist zwar immer noch eng, aber man kann sofort sagen: Dat is mal ne Burch!
    Mit einer Kaufempfehlung halte ich mich dennoch zurück. Ich denke aber, wer sich bisher auf das Abenteuer Burg Blaustein eingelassen hat, sollte sich auch die Vorburg gönnen, wenn er den benötigten Platz händeln kann. Die grundsätzliche Steinequalität bleibt trotz der genannten Mängel auf bekanntem guten Niveau.


    Abschließend noch eine Übersicht zu den übrig gebliebenen Teilen. Links: Ersatzteile aus den vorigen Sets zur Blaustein. Mitte: Ersatzteile und nicht verbautes Grünzeug aus der Vorburg. Rechts: Bereits vorgesehene Teile für die kommende Erweiterung laut Anleitung.



    Weitere Bilder mit Details wegen der Bildergrenze im nächsten Post.

  • Danke fürs Zeigen. Ich weiss immer noch nicht ob ich froh oder traurig sein soll, dass sie nicht verfügbar war, als ich mit Klemmen anfing. Jetzt passt sie gerade nicht so in mein Sammelgebiet. Wobei ich wenn die Asterixsets da sind ja sowas ähnliches wie Mittelalter... *lgo2*

    Bratpfannen sind kein integraler Bestandteil eines Panzers!

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