Xingbao XB-01027 - Eisengießerei

  • Preis
    79,95
    Setnummer
    XB-01027
    Steineanzahl
    2304
    Erscheinungsjahr
    2020
    Minifiguren
    Eigentlich 6 Figuren, Händler hat jedoch alle entfernt


    Die Eisengießerei, die eigentlich eine Schmiede sein will.


    Lange habe ich gehadert, nun ist sie doch noch bei mir gelandet: Das auf dem ersten Blick schicke Modular von Xingbao einer altertümlichen chinesischen Schmiede. Warum sie dennoch in den deutschen Geschäften als Eisengießerei bezeichnet wird, erschließt sich mir nicht (in der Beschreibung von Xingbao wird sie auf Englisch auch blacksmith genannt). Aber das war auch schon bei dem Mini-Modular so. Zugeschlagen bei der Bausteinecke, kam das Modular mit Rabatt aber ohne Minifiguren bei mir an. Wer Wert auf die neueren Xingbao-Figuren legt, muss derzeit dazu woanders einkaufen, dann aber meist zu einem höheren Preis. Da ich die Figuren von Xingbao nicht so toll finde - Rabatte aber schon - war die Entscheidung dann leicht gefallen.

    Der Bau

    Da die Figuren anscheinend nachträglich entfernt wurden, kam das Set bei mir ohne Originalverpackung an. Lediglich die beiden inneren Kartons wurden mitgesendet. Diese sind auch mit Skizzen der Eisengießerei verziert. In den Kartons selber lagen dann schließlich die ganzen Tüten vor, welche zu den 8 Bauschritten mit der jeweiligen Zahl bedruckt waren. Die beiliegende Anleitung lässt kaum Fragen offen, auch wenn der Farbton des dunkleren Grüns nicht wirklich gut getroffen ist, war aufgrund fehlender Alternativen immer klar, was gemeint ist. Beim Trans-gelb bin ich mir aber nicht sicher, ob hier wirklich in der Anleitung gelb gemeint war oder nicht doch eher Trans-orange (was passender gewesen wäre). Jedenfalls lagen kurioserweise Trans-gelbe Plates und Flammen bei - wem´s gefällt.



    Gebaut wird auf einer 32x32 Noppen-breite Grundplatte, welche erfreulicherweise komplett flach war und auch blieb. Hier biegt sich keine Ecke hoch und auch die Steine lassen sich gut darauf klemmen. Wie auch schon bei anderen älteren Xingbao-Sets, hatte ich auch hier das Gefühl, dass das Klemmen mit den Steinen deutlich anstrengender als bei Lego, Qman und ähnlichen Herstellern ist. Besonders die ganzen Fliesen aufzuklemmen wird mit der Zeit fast zur Qual für die Finger. Ansonsten ist die Klemmkraft völlig in Ordnung. Auch bei vielen 1x1 Noppen-Verbindungen gab es nur 1-2 Ausrutscher, die etwas schwächer klemmten. Ärgerlicher waren manche Bau"lösungen". So wird die spätere Befestigung für den außen liegenden Holzstapel nur oben fest geklemmt. Unten verbleibt ein Spalt, was natürlich später zur Fummelei führt, wenn man versucht, die Technic-"Büchsen" an die Noppen zu klemmen.



    Abseits davon kann man einige schöne Teile entdecken. Neben einen ganzen Haufen an unterschiedlichen Waffen (einen kleinen Soldatentrupp auszustatten, ist kein Problem!) gibt es auch Helme und bedruckte Rüstungen. Auch ein paar Fliesen haben ein Holzmuster aufgedruckt bekommen und sogar ein bedruckter (fetter) Buddha liegt bei. Es gibt insgesamt nur vier Aufkleber, die dann über mehrere Teile geklebt werden. Erwähnenswert sind auch die Steine mit Mauermaserung. Diese weisen nämlich dieselbe Maserung auf beiden Seiten auf! Es ist also egal, wie herum sie verbaut werden und man hat auch im Innenraum ein schönes Mauermuster.



    Auch wenn die Klemmkraft hier über Zweifel erhaben ist, so ist Xingbao dennoch qualitativ nicht auf Augenhöhe mit Lego oder Cobi. Es fehlt insgesamt noch ein sauberes Finish der Steine. Manche waren leider noch verdreckt, andere wiesen kleinere Gratreste auf und ein Zaunteil war total unsauber entgratet, was aber zum Glück leicht behoben werden konnte. Auch weisen die Fliesen an einer Seite eine auffällige Gussmarke auf, auf die man beim Einbau, ähnlich wie bei Cobi, achten sollte, wenn einem das Gesamtbild besonders wichtig ist.



    Beim weiteren Bau fiel mir noch folgendes auf: Gewisse kleinere Platten werden nicht ordentlich unterbaut, sondern werden erst nachträglich stabil überbaut. Das hat manchmal dazu geführt, das mir durch unachtsames drehen und anfassen dann doch mal was abgefallen ist. Die erste Dachreihe wird mit Zierleisten versehen, welche nur über eine goldene Fliese verfügen. Die gleiche Verzierung wird bei der obersten Dachreihe nochmal angewandt, wobei dann goldene Plates zum Einsatz kommen. Warum hier eine Unterscheidung vorgenommen wird, erschließt sich mir nicht. Zum leichteren Abnehmen des Daches haben die Fliesen nämlich keinerlei Funktion aber wenigstens wird auch die Stabilität nicht besonders beeinträchtigt.

    Schwerwiegender ist die Konstruktion der Fenster. Diese werden per SNOT-Bauweise um 90 Grad gekippt aus mehreren Plates geklemmt. Im Erdgeschoss ist mir hier kein Mangel aufgefallen, im Obergeschoss sind diese Fenster ca. 1mm breiter als die vorgesehene Auflagefläche. Das führt mit dem nachträglichen Hochziehen der Wände und dem späteren Überbauen dazu, dass hier eine Spannung entsteht. Zumindest bei mir hatte ich zumindest damit keine besonderen Schwierigkeiten beim Überbauen. Wie das auf lange Zeit wirkt, ist eine andere Sache.



    Auffällig war auch, dass bei den Mauern des Kamins kaum eine versetzte Bauweise angewandt wurde, was die Stabilität während des Baus natürlich etwas beeinträchtigt, auch wenn dies am Schluss nicht mehr ins Gewicht fällt. Ansonsten blieb mir der Bau abwechslungsreich und mit vielen schönen Details in Erinnerung. Hier weitere Bildeindrücke dazu:


    Das fertige Modell

    Zum Schluss erhält man ein schickes stabiles Modular. Die weiteren Detailbilder folgen aufgrund der Bildergrenze im weiteren Post. Hier sei zunächst darauf hingewiesen, dass mir zum Schluss noch folgende kleine Unschönheiten aufgefallen sind: Das Holzgestänge über der Schmelze wird ein wenig abenteuerlich geklemmt. So sollen zwei Stangen mittels eine Klemme verbunden werden. Das hat am Anfang auch gut geklappt, später musste ich aber noch was korrigieren und es passte einfach von der Höhe nicht mehr. Ich hatte auch keine Lust mehr, durch Rumprobierei überall nochmal die Abstände neu zu schieben und anzupassen. Deswegen ist das Gestänge an dieser Stelle auf meinen Bildern nicht gleichmäßig verbunden, was man durch die Pflanzenbedeckung aber auch kaum sieht. Mit mehr Geduld bin ich mir aber sicher, dass man das passend hinbekommt ;)

    Übrigens hängen die meisten Laternen am Gestänge locker herunter. In dem Fall ist das zwar positiv, weil es die Wirklichkeit besser wiedergibt, aber eigentlich sollten die Klammern an der Stange auch tatsächlich klemmen.

    Ansonsten stört mich, dass das Wasser im Becken bei der Schmelze in Trans-blau gestaltet ist, während es beim Amboss nur eine blaue Fliese ist. Das wirkt unstimmig. Etwas unschön wirken auch die sichtbaren "Noppen" auf den Dachsteinen. Je nach Lichtfall treten diese doch deutlich hervor.


    Fazit

    Trotz aller Meckerei über die Steinqualität, Bautechnik und Abstrichen bei der B-Note im Gesamtbild: Den Kauf habe ich nicht bereut, ganz im Gegenteil! Insgesamt ist die Steinqualität befriedigend bis gut und die Steine können für andere Zwecke auf jedenfall weiterverwendet werden. Auch erhält man wirklich eine ganze Menge an Accessoirs für Soldaten/Ritter. Da stinkt jedes Lego-Set gegen ab. Durch den recht großen Kamin bekommt man auch einen Haufen an wirklich guten Mauersteinen mit identischer Maserung auf beiden Seiten. Wer also etwas in der Richtung sucht, erhält hier einen relativ guten Teilespender, wobei natürlich durch das Setting auch viele rote und weiße Steine beiligen.

    Aber auch so macht die Eisengießerei einen schicken Eindruck als Displaymodell, wenn man auch aufgrund der Optik der Dachsteine auf den Lichtfall achten sollte.


    Am Ende blieben bei mir einige Teile über, die in mir Zweifel auftauchen ließen, ob ich beim Bau nicht was übersehen habe. Ich konnte jedoch keine auffällige Fehlstelle finden.



    Da die Figuren fehlen, gibt es noch einen Fächer und zwei bedruckte Fliesen, welche so erstmal keine Funktion haben. Außer vielleicht für eine kleine Szene des hochnäsigen Verkäufers im Angesicht unzufriedener Kunden ;)


  • Weitere Details


    Die Modular-Funktion

    Man kann das Dach des Obergeschosses abnehmen und so in den Raum gut reinschauen. Der Raum kann ebenfalls angehoben werden, um darunter in das Erdgeschoss zu schauen. Allerdings ist so die Öffnung noch relativ klein und man sieht kaum was. Auch der untere Dachfirst lässt sich abnehmen, allerdings ist er stark mit der Kaminseite vernoppt, sodass man hier aufpassen muss. Am Besten von innen vorsichtig alle Seiten hochdrücken und dann entnehmen. Danach kann man auch das Erdgeschoss gut einsehen.


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