Cobi 2709 - A22 Churchill Mk. II (CS) (1/48)

  • Kaufempfehlung
    Yes
    Preis
    Cobi: 22,83 € / Einzelhandel: ca. 15 - 20 €
    Setnummer
    2709
    Steineanzahl
    301
    Erscheinungsjahr
    05/2021
    Minifiguren
    keine

    Cobi 2709 – A22 Churchill Mk. II (CS) (Maßstab 1:48)


    Hallo Noppensteinwelt,

    es wird mal wieder Zeit für ein Review und als Set möchte ich euch einen weiteren Panzer von Cobi im Maßstab 1:48 vorstellen. Diesmal den A22 Churchill Mk. II (CS) mit der Setnummer 2709. Dieser Panzer ist im Rahmen der World War II Reihe der Historical Collection erschienen und schon seit mehreren Monaten im Handel erhältlich. Waren die ersten vier Panzer im Maßstab 1:48 noch Teil der World of Tanks (kurz: WoT) Reihe, so sind alle weiteren Panzer im Maßstab 1:48 innerhalb der Historical Collection erschienen. Zwischenzeitlich ist die WoT Reihe komplett verschwunden und die vier Panzer nach und nach in leicht veränderten Versionen auch in der Historical Collection erschienen.

    Insgesamt sind mittlerweile 12 Sets mit Panzern im Maßstab 1:48 veröffentlicht worden. Abzüglich der Neuauflagen und Varianten kommt man auf 6 verschiedene Panzertypen:

    • Churchill I (Cobi 3064) / A22 Churchill Mk. II (CS) (Cobi 2709)
    • Panzer III Ausf. E (Cobi 2707) / Panzer III Ausf. J (Cobi 3062)
    • Panzer V Panther (Cobi 2704)
    • Panzer VI Tiger I (Cobi 2703)
    • Sherman M4 (Cobi 3063) / Sherman M4A1 (2708) / Sherman M4A3E8 (Cobi 2705)
    • T-34 (Cobi 3061) / T34-76 (Cobi 2706) / T34-85 (Cobi 2702)

    Die Sets des 30 Nummernkreises sind aus der WoT Reihe. Der 27er Nummernkreis kennzeichnet die Zugehörigkeit zur Historical Collection.

    Fleißig, wie wir hier im Forum sind, kann man auch zu fast jedem der Sets ein entsprechendes Review finden. Im Shop von Cobi lassen sich aktuell 9 der o.g. Sets kaufen. Dabei handelt es sich bei 1/3 der verfügbaren Sets um den T-34 in all seinen Varianten. Sogar die WoT Edition ist noch erhältlich. Ob Cobi da evtl. zu viele Varianten von ein und demselben Panzer produziert hat? Dann sind noch 2 Sherman Versionen erhältlich. Schade, dass Cobi sich aktuell auf so wenige Panzer beschränkt und diese nur immer wieder in leicht abgeänderten Versionen auf den Markt bringt. Da bin ich mal gespannt, ob im Laufe des Jahres noch weitere Sets angekündigt werden bzw. ob und wie Cobi die Reihe fortsetzt. Mir persönlich gefallen die kleinen Panzer recht gut und sie sind aufgrund ihrer geringen Größe recht praktische Schreibtischdekorationen. Auch sind die Panzer, wie für Cobi typisch, sehr stabil gebaut, fühlen sich von der Steinequalität wertig an und verfügen über sehr gute Drucke. Aufkleber sucht man auch hier, zum Glück, vergeblich. Preislich liegen die Panzer in etwa zwischen 15 – 20 € im Einzelhandel. Bei Cobi zahlt man durchaus noch etwas mehr. Für den Churchill habe ich knapp 16 € bezahlt. Bei einer Teileanzahl von 301 Steinen.


    Im Folgenden möchte ich euch den A22 Churchill Mk. II (CS) im Detail vorstellen und auf die angewendeten Bautechniken eingehen. Natürlich darf ein Vergleich mit dem Churchill I aus der WoT Reihe nicht fehlen. Auch möchte ich überprüfen, ob der Panzer seinem Maßstab von 1:48 gerecht wird. Eine 100%ige Maßstabstreue ist für Klemmbausteinsets sehr schwer zu erreichen, insbesondere je kleiner der Maßstab wird, aber wie gut Cobi die Umsetzung im Vergleich zum Vorgänger gelungen ist, versuche ich auch zu klären.


    Auf eine Beschreibung der Verpackung verzichte ich diesmal. Da ich den Panzer schon seit einigen Monaten hier aufgebaut stehen habe, habe ich die Verpackung schon längst entsorgt. Entsprechendes Bildmaterial lässt sich aber bei Cobi bzw. über die Bildersuche finden.



    Fakten zum Set:

    • Setserie: World War II – Historical Collection
    • Setname: A22 Churchill Mk. II (CS)
    • Setnummer: 2709
    • Erscheinungsdatum: 05/2021
    • Preis (Cobi-Shop/Händler): 23,83 € / 15,95 €
    • Teileanzahl: 301
    • Minifiguren: keine
    • Länge des Panzers: ca. 15,5 cm
    • Breite des Panzers: ca. 6,7 cm
    • Höhe des Panzers: ca. 5,3 cm (ca. 7,0 cm mit Antenne)
    • Gewicht: 138 g
    • Kartonabmessung (LxBxH): 27,5,4 x 5,5, x 18 cm (Angaben von Cobi)
    • Anleitung: DIN A5 Querformat; Klammergebunden; 72 Bauschritte; Teileliste (1 1/2 Seiten); Ausgrauung vorhergehender Bauschritte
    • Besonderheiten: pad printed no stickers; bewegliche Teile (Ketten, Führ- und Antriebsrolle, Turm, Kanone)
    • Lizenz: keine

    Da die Bezeichnung A22 Churchill Mk. II (CS) sehr sperrig ist, werde ich den Panzer im Folgenden nur noch als (Churchill) Mk. II bezeichnen. So ist später im Vergleich mit dem Churchill I eine Verwechselungsgefahr ausgeschlossen 😉

    Wenn wir gerade schon bei Namen sind, können wir einen kurzen Exkurs zur Namenszusammensetzung des Churchills Mk. II machen. Allgemein wird der Churchill auch als Tank, Infantry, Mk. IV (A22) bezeichnet. Der Prototyp lief unter der Nummer A20. Die A22 kennzeichnet also den serienreifen Churchill Panzer. Auch der Churchill I lässt sich als A22 bezeichnen. Die Mk. II kennzeichnen die Version des Panzers, hier also die zweite Variante, wobei es noch einen Churchill Ia gab, welcher auch unter der Bezeichnung Mk. II firmierte. Klingt kompliziert? Ist es auch und ob ich alles richtig verstanden habe und wiedergebe, kann ich nicht garantieren. Das CS im Namen steht für close support, also Nahunterstützung. Bei dieser Churchillversion wurden die Positionen der 2 Pfünder Kanone und der 7,62 cm Haubitze getauscht. Die Haubitze wanderte in den Turm und die 2 Pfünder Kanone vorne in die Wanne. Zusätzlich wurde der Panzer mit Rauchgranaten ausgestattet. In der Kampfleistung erwies sich der Churchill Mk. II als sehr unbefriedigend, weswegen nur eine Handvoll Exemplare gebaut wurden.

    Die Rohrlänge der Haubitze kommt in etwa gut hin, nur müsste die Kanone vom Durchmesser etwas dicker als die 2 Pfünder sein (76,2 mm zu 40 mm). Hier hat Cobi auf vorhandene Standardmaße zurückgegriffen.



    Ein Merkmal der ersten Baureihen waren auch die freilaufenden Ketten. Ein Albtraum für jeden Arbeitssicherheitsverantwortlichen. Cobi verwendet die schmalsten, verfügbaren Kettenglieder (ca. 1 Noppenbreite) in einem dunklen Grau. Farblich finde ich das sehr passend zu der Wanne und dem Turm in Tan.


    Die Drucke sind von sehr guter Qualität. Insgesamt sind 5 Steine bedruckt. Die bedruckte Turmluke lässt sich auch wunderbar für eigene MOCs verwenden. Die Fahrerluken sind seitlich auf 1x10 Bricks gedruckt und lassen sich nur bedingt weiterverwenden. Die seitlich aufgedruckten Einstiegsluken und Embleme könnte man evtl. für eigene britische Panzerkreationen verwenden. Es werden keine speziellen Formteile verbaut. Viele der Steine sind Standardsteine und das Set kann durchaus auch als Teilespender herhalten, auch wenn das Set eigentlich zu schade dafür ist.



    Nach dem Zusammenbau kam beim Vergleich mit dem Churchill I die erste große Überraschung. Zunächst hatte ich eigentlich einen komplett identischen Panzer, nur mit einem etwas anderen Turm, erwartet. Da die Steineanzahl nur um einen einzigen, mickrigen Stein auseinanderklafft, hatte ich nicht viel erwartet. Doch ist der Churchill Mk. II um fast 2 cm länger als der Churchill I. Dem geübten Auge wäre das bestimmt schon bei der Betrachtung der Produktbilder bzw. der Verpackung aufgefallen, da die einzelnen Laufrollen beim Churchill Mk. II weiter auseinander liegen, aber mir ist dieser Umstand erstmal irgendwie total entgangen. Eine Veränderung der Proportionen hat es übrigens bei den anderen Panzern (PZ III, T-34 und Sherman) nicht gegeben. Bei seitlicher Betrachtung fällt dieser Größenunterschied natürlich noch viel besser auf. Im Bild oben ist noch ersichtlich, dass der Churchill Mk. II eine Plate breiter als der Churchill I ist.




    Die ca. 2 cm längere Wanne des Mk. II fällt sofort auf. Beide Panzer sind in etwa gleich hoch, wobei der Churchill I noch ca. eine Plate höher ist. Alle weiteren Höhenangaben beziehen sich auf die Höhe ohne Antenne. Das Originalvorbild hat eine Länge von 7,45 m, bei einer Breite von 3,25 m und einer Höhe von 2,78 m. Ein idealer Panzer im Maßstab von 1:48 hätte somit folgende Maße: Länge: 15,5 cm, Breite: 6,8 cm, Höhe: 5,8 cm. Der Churchill Mk. II kommt auf eine Länge von ca. 15,5 cm, bei einer Breite von 6,7 cm und einer Höhe von ca. 5,3 cm. Damit werden die Idealmaße für den Maßstab 1:48 fast alle komplett erreicht und die Abweichungen fallen in der Breite vernachlässigbar gering aus. Nur in der Höhe fehlt ca. ein halber Zentimeter. Bei Betrachtung von Seitenansichten des Panzers kann man feststellen, dass die Wanne durchaus noch 2 Lagen Plates in der Höhe vertragen könnte. Auch der Turm fällt etwas zu flach aus und könnte durchaus 1-2 Plates höher sein. Der Churchill Mk. II macht hier eindeutig den besseren Eindruck als sein Vorgänger und die Größenänderungen sind durchaus sinnvoll. Wäre der Panzer auch noch mehr in die Höhe gewachsen, so gäbe es an dieser Stelle nichts zu kritisieren. Sehr wahrscheinlich wäre man dann aber nicht mehr mit der veranschlagten Steineanzahl von ca. 300 Steinen hingekommen. Anhand der Bauweise lässt sich im Folgenden auch gut erkennen, warum der Panzer zwei Zentimeter in der Länge wachsen konnte, ohne das mehr Steine benötigt werden.



    Bei der Turmaufnahme in der Wanne setzen beide Versionen auf die gleiche Variante. In der Wanne sitzt ein noppenloser 1x2 Brick. Die Türme werden über eine 1x2 bzw. 2x2 Plate modified in die Wanne gesteckt. Die Türme lassen sich mit etwas Druck um jeweils 360 Grad drehen. Trotzdem ist die Klemmkraft noch hoch genug, um die Panzer nur am Turm hochheben zu können. Die Wanne des Mk. II wiegt allein ca. 115 g und vom Churchill I ca. 100 g.



    Da mir der Churchill I vom Turmdesign eigentlich viel besser als der Mk. II gefällt, habe ich kurzerhand einfach die Türme getauscht und dadurch einen Mk. I mit (fast) idealen Proportionen im Maßstab 1:48 erhalten. Moccen für Anfänger und Faule ^^

    Übrigens ist der Turm des Churchill I eigentlich der Turm der Mk. III Version.



    Betrachtet man die Wanne von oben bzw. unten fällt einem direkt die interessante Bauweise des Panzers auf. Der Panzer wird von der Mitte aus betrachtet (entlang der Längsachse) jeweils nach links und rechts gebaut. Dabei werden die Steine gegenüber der geläufigen Baurichtung um jeweils 90 Grad gedreht.



    Durch diese Bauart erhält man eine komplett noppenlose Ober- wie Unterseite. Ich finde diese Baumethode genial und auch sehr anspruchsvoll in der Planung. Durch diese Bauweise konnte der Panzer auch ohne den Einsatz weiterer Steine verlängert werden, da anstelle von 1x8 und 1x4 Bricks einfach 1x10 und 1x6 Bricks sowie in den Zwischenräumen längere Plates verwendet wurden.



    Teilt man den Panzer entlang der Längsachse sieht man wie die einzelnen Hälften mit Hilfe von NRWlern (damit sind nicht die Einwohner des schönen Bundeslandes NRW gemeint, sondern die sogenannten NoppenRichtungsWechsler) zusammengesetzt werden. Mit weiteren BRUs (Baurichtungsumkehrer = Synonym für NoppenRichtungsWechsler) wird die Turmaufnahme in Position gebracht. Für Cobiverhältnisse ist da gefühlt noch viel Luft in den Zwischenräumen vorhanden ^^ Aber der Panzer ist sehr stabil und lässt sich im schlimmsten Fall als prima Wurfgeschoss verwenden – dies aber bitte nicht zu Hause ausprobieren!



    Als Führ- und Antriebsrollen kommen kleine bewegliche Zahnräder zum Einsatz, welche hinter den seitlichen Verblendungen fast vollständig verschwinden. Die Laufrollen sind fest und werden nur durch 1x1 Roundplates angedeutet. Auch wenn die Ketten beweglich sind, so bedarf es schon einen Untergrund mit sehr hohem Reibungswiderstand, damit die Ketten sich überhaupt ein bisschen bewegen. Das Set eignet sich eher weniger als Spieleset, auch wenn Turm und Kanone dreh- und schwenkbar sind.



    Der Turm offenbart keinerlei neuen Bautechniken. Überwiegend kommen hier NRWler und Slopes zum Einsatz. Die ein oder andere umgekehrte Fliese mit Noppen nach oben wird auch verbaut.



    Bei allen Wiederholungen die Cobi bisher bei den Panzern im Maßstab 1:48 durchgeführt hat, ist der Churchill Mk. II die bisher sinnvollste, da die Schwächen des Vorgängersets fast komplett beseitigt wurden und die Proportionen, abgesehen von der Höhe, dem Maßstab 1:48 entsprechen. Eine Mk. III Variante wäre mir zwar lieber gewesen, da der Turm einfach nur hässlich ist, aber zum Glück kann man den Turm einfach mit dem aus dem Set 3064 tauschen. Als Teilespender finde ich dieses Set zu schade, dafür macht sich der Panzer einfach zu gut als Deko auf dem Schreibtisch. Qualitativ gibt es bei diesem Set nichts zu meckern. Hier hat Cobi solide Kost abgeliefert. Für Sammler kann ich das Set durchaus empfehlen. Cobi darf die Baureihe im Maßstab 1:48 gerne fortführen, sollte aber definitiv für mehr Abwechselung in der Produktreihe sorgen. Churchills, Shermans und T-34 gibt es eindeutig genug, wenn nicht sogar viel zu viele. Aktuell kommt die Produktreihe dadurch etwas lieblos und uninspiriert daher.


    So und damit sind wir endlich am Ende angelangt. Danke fürs Lesen und weiterhin viel Spaß beim Bauen und Klemmen 😉

  • Schönes ausführliches Review inklusive Vergleich zum Vorgänger. :thumbup:


    Auf der einen Seite stimmt es zwar das hier wieder mal die ganzen bekannten 0815 Panzer erschienen sind die man schon von den größeren Modellen kennt aber auf der anderen seite würden sich die Sammler, die nur die kleinen Modelle sammeln, sofort beschweren warum ausgerechnet hier die ganzen bekannten Panzer fehlen.

    Dann würde es mich irgendwo auch ärgern wenn hier die Modelle erscheinen würden, die ich lieber als große Modelle hätte. :D


    Macht schon Sinn das erst mal diese erscheinen. Mich würde ja mal interessieren wie gut oder schlecht diese 1/48 Reihe eigentlich läuft.

    Auf auf das nächste upgrade wartet schon...

  • Danke! Wie erfolgreich die Reihe läuft, würde mich auch brennend interessieren. Beim T-34 scheint es ja nicht so gut zu laufen, wenn sogar noch die erste Version aus der WoT Reihe zu haben ist. Mir sind auch bisher keine Neuankündigungen für die kommenden Monate bekannt. Meinetwegen kann die Reihe fortgesetzt werden. Und es gibt genug große Panzer die auch in 1:48 noch super umzusetzen wären. Aber warum nicht auch mal was exklusives in diesem Maßstab? Wenn es sich gut verkauft, kann man es auch in groß rausbringen :)

    Hier entsteht in Kürze eine Signatur... :!:

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