Xingbao XB-03041 - Schlingmann HLF 20 Varus 4x4

  • Preis
    99,95
    Setnummer
    XBA-03041
    Steineanzahl
    2391
    Erscheinungsjahr
    2021


    Vorneweg: Für mich ist dieses Set der Überraschungshit 2021 seitens der Kooperation von Bluebrixx mit Xingbao. Ich hatte mir bereits von Bluebrixx das Tanklöschfahrzeug im Maßstab: 1:20 gekauft und war mit diesem Modell mehr oder weniger zufrieden. Gestört hatten mich damals gewisse Konstruktionskompromisse, die zulasten der Stabilität führten. Vielleicht mache ich hierzu mal ein Vergleichs-Review.


    Jedenfalls war ich umso begeisterter, als ich zufälligerweise bei Bluebrixx die Ankündigung von diesem Modell entdeckte. Ein HLF 20 ist für mich DIE Referenz, wenn jemand vorhat, eine Serie von Feuerwehr-Modellen aufzulegen. Es ist einfach das momentane Standard-Fahrzeug jeder größeren Feuerwehr. Und außerdem kann man hier viel an Ausrüstung im Innenraum darstellen. Das Tanklöschfahrzeug bestand größtenteils aus - naja, Tank eben. Beim HLF war der Designer gezwungen, sich mehr Gedanken zu machen. Und das ist ihm teilweise gut gelungen, soviel sei schonmal verraten. Sehr angenehm: Es gibt eine gedruckte Anleitung, welche in 7 Bauschritten unterteilt ist und die Tüten sind nummeriert!

    Außenansicht

    Das Modell ist von außen sehr gut gelungen. Da man sich diesmal an einem sehr konkreten Modell eines Herstellers orientieren durfte, ist das Design sofort wieder erkennbar. Und selbst wenn man das Original nicht kennt - das Modell sieht einfach spitze aus ;)

    Ich lasse mal die Bilder wirken:







    Wie man erkennen kann: Die Trans-Clear-Teile haben zwar Micro-Kratzer, sind aber sonst von passabler Quaität.

    Das Innere zählt

    Also: Halten wir im Zwischenstand fest, dass der Designer sich hier keinen Patzer geleistet hat. Nun kommen wir aber zur Innenausstattung und den Funktionen. Das fängt einfach an: Jede Tür, Rolladen und Klappe lässt sich öffnen.



    Das klappt bei den Türen auch ganz gut. Schönes Detail sind die bedruckten Anzeigen inder Fahrerkabine. Übrigens: Es gibt im ganzen Set keine Aufkleber, nur Drucke. Die Klappe zur Mannschafskabine, welche als Treppe ausgefahren wird hat leider anscheinend das Problem, dass der Hersteller der Steine Xingabo ist X/. Trotzdem die Klappe an vier Noppen befestigt ist, muss man diese behutsam öffnen, da die Klemmkraft der beteiligten Steine an diese Stelle nicht sehr stark ist.

    Positiv ist aber auf jeden Fall der detaillierte Mannschaftsraum mit den Haltestangen und den Fächern unter den Sitzen.



    Im ersten Geräteraum begegnen uns die Gerätschaften zur technischen Hilfe. Erkennbar sind Werkzeugkisten, hydraulische Zylinder in drei Größen, Pressluftflaschen für die Bedienung von pneumatischen Geräte (wobei diese im Verhältnis zu den anderen PA-Flaschen für die PA-Träger zu klein dargestellt sind. Normalerweise sind die Flaschentypen identisch) und ein Hydraulikaggegrat. Was mir nicht so ganz klar ist, wofür die schwarzen Schlittschuhe stehen. Es könnte sich um weitere Hydraulikgeräte oder Hebekissen handeln. Ein nettes Detail ist, dass das Hydraulikaggegrat wie in der Realität zur leichteren Entnahme ausgeklappt werden kann.



    Im mittleren Geräteraum auf der Fahrerseite befinden sich die Pressluftatmer-Geräte, welche von den Atemschutzgeräteträgern angezogen werden. Angedeut ist der Schlauch mit dem Anschluss zur Maske. Wie in vielen Fahrzeugen können auch hier die Geräte zu besseren Entnahme auf einem Schlitten herausgezogen werden. Der Knopf hierzu befindet sich auf der anderen Seite. Leider gibt es hier Probleme mit der Klemmkraft. Im Bild zur besseren Verdeutlichung extra gelockert dargestellt. Bedeutet: Von alleine fällt nix ab, aber es sitzt so locker, dass es bei Berührung leicht abfällt.



    Im letzten Geräteraum auf der Fahrerseite befinden sich die Schaumkanister, welche komplett Brickbuild sind, aber trotzdem sofort erkannt werden können. Die weiße Kiste ist unbefüllt. Da man es hier an der Kisteninnenseite gut sehen kann: Manche Steine waren leider wieder einmal (Xingbao-typisch?) leicht verschmutzt. Lässt sich zwar entfernen, ist aber unschön für ein Produkt, für das man knapp 100 € ausgibt.

    Außerdem erreicht man über die Seite die Saugschläuche, welche in ihrem Gestellt komplett entnommen werden können. Im unteren Fach sind die Ausgänge der Pumpe dargestellt, an der später die Schläuche angeschlossen werden können.



    Im Heckfach befindet sich die eingebaute Pumpe. Gut erkennbar ist der Pumpeneingang in der Mitte und die Fülleingänge für den Tank an der linken Seite sowie wahrscheinlich ein Beipass auf der rechten Seite. Im oberen Bereich befinden sich die Ventile für die Ausgänge der Pumpe sowie die Manometer für den Eingangs- und Ausgangsdruck. Im Modell ist sogar der Tank (hier in weiß) dargestellt.



    Im hinteren Fach auf der Beifahrerseite wird im oberen Bereich ein sogenannter Schnellangriff auf einer Haspel angedeutet. Darunter befinden sich die Schläuche, welche für mich irritierenderweise mit Bar Holder with Handle dargestellt werden. Dass es sich tatsächlich um Schläuche handeln soll, wurde mir erst durch den direkten Vergleich mit dem Original klar. Darunter befindet sich wohl ein Mittelschaumrohr. Für dieses lag in meiner Anleitung ein Korrekturblatt bei.

    Trotzdem ist dieses ein kleines Ärgernis, da die Klemmkraft des 3L Pin nicht ausreichend ist oder die Konstruktion es nicht hergibt, sodass dieser locker drinsteckt und rausfallen könnte, wenn er nicht vorher vom Anbau gestoppt würde.



    Im mittleren Geräteraum auf der Beifahrerseite befinden sich weitere Löschutensilien, die wohl ein Standrohr, einen Feuerlsöcher und eine Kübespritze darstellen sollen. Hinter der Kübelspritze befindet sich der Knopf zum Ausfahren der Schiene mit den den PA-Geräten auf der gegenüberliegenden Seite.



    Im ersten Geräteraum auf der Beifahrerseite befindet sich weiteres Werkzeug, welches über bewegliche Platten entnommen werden kann. Daneben weitere Fächer, in denen Anscheinend Strahlrohre und Handlampen untergebracht sind. Der Container, den man auf dem Bild sieht, ist theoretisch entnehmbar, praktisch passt er nicht durch die Panel. An dieser Stelle weicht die Konstruktion vom Design her auch stark vom Original ab. Hier wusste man sich anscheinend nicht anders zu behelfen, um das Material zu verstauen.

    Unterhalbt befindet sich ein Überdruckbelüfter (auch nur erkennbar, wenn man sich das Orginal anschaut :D) sowie das blaue Stromaggregat, welche zwar auf nur wenige Noppen aufsitzt, um vielleicht entnommen werden zu können, praktisch jedoch glatt mit dem obberen Fach abschließt und somit nicht beweglich ist. Hier wäre es schön gewesen, wenn die Anzeigen ebenfalls bedruckt worden wären. Quasi als I-Tüpfelchen.



    Auf dem Dach befinden sich zwei Leiter, welche wahrscheinlich eine 3-Teilige Schiebeleiter und eine vierteilige Steckleiter darstellen sollen, jedoch natürlich aufgrund der beschränkten Leitervielfalt in der Lego-Welt identisch aussehen. Interessanterweise wird auch die Entnahmefunktion teilweise umgesetzt. Zur besseren Abladung können die Leitern über ein fahrbares Gestell vom Dach gezogen werden, wodurch sie sich teilweise aufrichten. Im Modell müsste also eigentlich eine Schlittenfunktion umgesetzt werden, was aber wohl aufgrund der besseren Darstellung nicht getan wurde.

    Ansonsten erkennt man noch weitere Saugschläuche in der Mitte sowie einen ausfahrbaren Lichtmast. Dieser enttäuscht aber etwas, dar er nur minimal (im Verhältnis zur Modellgröße) ausgefahren werden kann. Im Bild sieht man das lächerliche Maximum. Damit kann man nix ausleuchten ;).


    Das Modell an sich ist, bis auf die erwähnten Schwachstellen, sehr stabil. Der Unterboden verdeutlicht dies nochmal.



    Zu erkennen ist auch die einfache Federung jedes Rades. Mein größtes Ärgernis ist übrigens die rote Kette am vorderen Nummernschild. Diese ist mir beim Anbringen fast zerbrochen. Ich habe ja die Vermutung, dass diese (zumindest in meiner Lieferung) zu kurz ist. In den Abbildungen und bei den Vorstellvideos hängt sie locker herunter. Bei mir steht sie auf Spannung.



    Fazit

    Ja, das Modell hat seine Schwächen. Die wesentlichen habe ich oben beschrieben. Wer Xingbao kennt, weiß, dass die Steinequalität nicht immer spitze ist. Im vorliegenden Fall war dies aber meistens auf eher gutem Niveau, bis auf ein paar Stellen. Da es sich natürlich eher um ein Vitrinen-Modell handelt, wird dies abseits des Baus aber nicht mehr stören.

    Sehr postiv überrascht war ich tatsächlich von den guten Drucken. Abzug in der B-Note gibt es hier bei der ungenauen Bedruckung der hinteren Klappen. Hier wird ein Strich über zwei Platten gezogen. Da diese aber anscheinend separat bedruckt werden, schließt dieser nicht bündig ab.


    Wer bereits das erste 1:20 Modell von Bluebrixx kennt: Dieses hier ist deutlich besser. Sowohl vom Design als auch von der Konstruktion. Die Klappen sitzen zwar teilweise etwas locker, aber das Gesamtmodell ist stabil genug, um bedenkenlos in die Hand genommen und geschüttelt zu werden.


    Somit bleibt kann ich für mich persönlich festhalten, dass ich beim Bau meinen Spaß hatte und mit dem Ergebnis insgesamt zufrieden bin. Wer Klemmbausteine und Feuerwehr mag und mit der Qualität von Xingbao umgehen kann, holt sich dieses Modell.


  • Danke für dein ausführliches Reviews. *d1*Es hat sich sehr gut gelesen und die Bilder sind sehr schön. Das Fahrzeug hat mir bereits bei der Vorstellung durch den Held der Steine gefallen, auch wenn ich mich bei dem Thema Feuerwehr nicht auskenne.


    Soweit wie ich mich erinnere, beanstandete der HdS in seinem Video die zu schwache Dimensionierung der Federung der hinteren Achse. Die hinteren Räder tauchen gegenüber den Vorderen deutlich tiefer in die Radkästen ein. Ist dies auch bei deinem Modell ein Problem?

  • Danke für dein ausführliches Reviews. *d1*Es hat sich sehr gut gelesen und die Bilder sind sehr schön. Das Fahrzeug hat mir bereits bei der Vorstellung durch den Held der Steine gefallen, auch wenn ich mich bei dem Thema Feuerwehr nicht auskenne.


    Soweit wie ich mich erinnere, beanstandete der HdS in seinem Video die zu schwache Dimensionierung der Federung der hinteren Achse. Die hinteren Räder tauchen gegenüber den Vorderen deutlich tiefer in die Radkästen ein. Ist dies auch bei deinem Modell ein Problem?

    In der Tat. Auf der hinteren Achse liegt einfach das meiste Gewicht. Sie hängt etwa 2-3 mm tiefer, als die vordere. Die Vorderachse geht kaum in die Feder. Durch die unterschiedliche Gestaltung der Kotflügel fällt das aber auch erst auf dem zweiten (oder dritten?) Blick auf. Also entweder stärkere Federung auf den Hinterachsen oder vorne heimlich mit Blei beschweren, wenn´s ausgeglichen sein soll ;)

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