Cobi 2538 - PzKpfw VI Tiger Ausf. E

  • Preis
    50
    Setnummer
    2538
    Steineanzahl
    800
    Erscheinungsjahr
    2020
    Minifiguren
    1


    Hallo Noppensteinzähler und Kettenfummler.


    Heute stelle ich euch den neuen Tiger I von Cobi vor. Hierbei handelt es sich um das Modell 2538 - PzKpfw VI Tiger Ausf. E, welches aus 800 Teilen (davon 71 Kettenteile), einem Panzerkommandanten und einem Typenschild besteht. Die Anleitung umfasst 135 Bauschritte und eine Auflistung sämtlicher Klemmbauteile am Ende.


    Wenn ich es richtig recherchiert habe, ist dies seit dem Jahr 2013 die 9. Modellnummer, welche Cobi für einen Tiger I vergibt (2436, 2450, 2462, 2477, 2487, 2519, 3000, 3000B und die aktuelle 2538). :/


    Bei dem Tiger I (Sd.Kfz 181) handelt es sich vermutlich um den bekanntesten deutschen Panzer des 2. Weltkrieges, wenn nicht gar um den bekanntesten deutschen Panzer überhaupt. Insgesamt wurden zwischen August 1942 und August 1944 1.350 Tiger I gebaut – nur noch 8 existierende Tiger I sind derzeit bekannt, davon ist aktuell nur der sog. „Tiger 131“ im Bovington Tank Museum fahrtüchtig. Im Gegensatz zu den vorangegangenen deutschen Panzern (z.B. Panzer III Ausf. A bis N) gibt es vom Tiger I nur die Bezeichnung Ausführung E. Das bedeute aber nicht, dass er nicht fortlaufend verbessert wurde. Aus diesem Grund werden die Tiger I zumeist was ihren Entwicklungsstand betrifft, mittels den Bezeichnungen „frühe Ausführung“ und „späte Ausführung“ unterschieden. Ab welchem genauen Punkt die Bezeichnung „späte Ausführung“ verwendet wird, ist mir aktuell nicht bekannt. Ich vermute mal ab der Verwendung des neuen Turms im Juli 1943 – dieser besitzt auch die neue / flachere Kommandantenkuppel.


    Bei dem neuen Cobi Tiger I (2538) handelt es sich um eine „späte Ausführung“. Der derzeit ebenfalls noch bei Cobi erhältlichen Tiger 131 (2519) ist eine „frühe Ausführung“ – für den Tiger 131 hatte ich hier schon einmal ein Review verfasst.

    Dass es sich bei dem neuen Tiger I um eine „späte Ausführung“ handelt, ist auch für den Laien anhand der Laufrollen und der Laufrollenanordnung gut zu erkennen – diese wurden erst ab Februar 1944 verbaut. Weitere, nicht so gut erkennbare Punkte sind u.a. das monokulare Visier (ab März 1944, roter Pfeil), der mittige Scheinwerfer (August 1943, blauer Pfeil) und die Kommandantenluke (Juni 1943).



    Bevor ich hier zu sehr abschweife – wenn es nicht schon passiert ist 8o - geht es nun zum Bau des Cobi-Modells. Weitere Infos zu dem Tiger I findet ihr auch z.B. bei Wikipedia.



    Der Zusammenbau hat gut funktioniert, die Klemmkraft der Steine und deren Qualität ist für Cobi typisch. Die Anleitung lässt auch keine Fragen offen. Alles wie man es von Cobi gewohnt ist.

    Hier sind noch ein paar andere Ansichten des Panzers






    Die Figur des Panzerkommandanten, mit Ausnahme seiner Gesichtszüge, gefällt mir sehr gut. Schöne Details. Das „Headset“ kennen wir bereits vom „IS-7 Granite“ Leider wurde diese Uniform vielen Panzerbesatzungen aufgrund ihrer schwarzen Farbe im 2. Weltkrieg zum Verhängnis, da sie für Einheiten der SS gehalten wurden. Dieser Irrtum passiert auch heute noch vielen. Zu dem Thema gibt es ein lehrreiches Video von Military History Visualized in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Panzermuseum Munster.



    Nach so vielen Cobi Modellen eines Tiger I, könnte man nun erwarten, dass dies der beste Tiger I ist, …sein könnte, …nicht ist??? :/:/:/

    Ich bin mir noch nicht sicher. Deswegen führe ich euch mal die mir aufgefallenen Pros und Kontras auf und ihr könnt euch eure eigne Meinung bilden.


    Das Modell besitz schöne Drucke (z.B. Kanonenblende, Turmseite). :thumbup:



    Die Motorraumabdeckung finde ich sehr gelungen. Endlich mal eine die sich ohne Probleme öffnen lässt – OK, den Turm muss man um 45° nach links oder rechts drehen. Der Maybach-Motor (HL 230) mit seinen zwei Luftfiltern ist gut erkennbar. :thumbup::thumbup::thumbup:



    Die richtigen Laufrollen (gummigefedertes Stahllaufwerk) und auch deren richtige Anordnung wurden verbaut – nicht wie beim Tiger 131-Model. :thumbup:


    Die Stahlkabel und ein paar weitere kleine Details sind gelungen – z.B.: Kanonenrohr wurde am Ende etwas dicker und die Mündungsbremse etwas kleiner. :thumbup:


    Cobi hat es sogar geschafft die Panzerplatte vor dem Kopf des Fahrers und Funkers, wie beim Original, etwas über stehen zu lassen (blauer Pfeil, die Aufnahme des "Plaste-Tiger" 321 wurde von mir 2020 im Deutschen Panzermuseum Munster aufgenommen). :thumbup::thumbup::thumbup:



    Der wichtigste positive Punkt ist aber, dass Cobi die Wanne um 2 Noppen (!) breiter gemacht hat und der aktuelle Tiger I gegenüber dem Tiger 131 deutlich dem Original näher kommt.

    Ihr merkt, ich bin begeistert. *d1*



    Was mir nicht gefällt sind hauptsächlich 3 Punkte und bei den frage ich echt, was hier bei Cobi in der Entwicklung schief gelaufen ist. Denn wenn man es genau nimmt ist es ein Rückschritt.


    Bei der Kanonenblende ist von oben betrachte eine Lücke zu erkennen. Was soll das? Hätten sie einfach eine 1x2 Platte beigelegt wäre sie geschlossen, oder sie hätten die Bauform des Tiger 131 verwenden sollen. :rolleyes:



    Dann haben sie ein großes Loch im Gepäckkasten hinter dem Turm offen gelassen. Hier kann ich ebenfalls nur fragen warum??? Mit zwei 1x2 Platten wäre dieses Loch ebenfalls geschossen gewesen, oder sie hätten wie zuvor die Bauform vom Tiger 131 verwenden sollen.Die Türme des Tiger 131 und des aktuellen Tiger I sind nahezu identisch. :cursing:



    Nun kommt der Punkt der mich am meisten ärgert und der aus meiner Sicht ebenfalls völlig unnötig war. Sie haben mal wieder nicht die richtige Kettenspannung hinbekommen und das obwohl sie gute Vorlagen bei ihrem Tiger 131 und auch bei der letzten Version des „Panther Warsaw Uprising“ hätten. Beim aktuellen Tiger I liegt mal wieder die Kette nicht oben auf den Laufrollen auf. :cursing::thumbdown:



    Was den Unterschied zwischen aufliegender Kette und gespannter Kette ausmacht ist eine ½ Plattenstärke. Durch diese ½ Plattenstärke ist der Fehler auch nicht so einfach zu beheben.

    So habe ich zuerst die Kette einfach um ein Element erweitert. Geht nicht, sie hängt deutlich zu locker. Dann habe ich beim aktuellen Tiger I den Aufbau um 1 Plattenstärke reduziert. Ist OK, allerdings etwas loser als beim Tiger 131.

    Die Ursache für dieses Malheur liegt bei dem Klemmbaustein zur Änderung der Baurichtung um 90° im Bereich der vorderen Achse. Hier hätte Cobi einfach nur die Bautechnik seines Tiger 131 verwenden müssen und es hätte funktioniert



    Ein kleiner Punkt ist die Schaufel an der Front. Sie ist falsch herum montiert und wenn man es genau nimmt gehört dort eigentlich gar keine Schaufel mehr hin. Denn wie wir zu Beginn festgestellt haben, wurde dieser Tiger I im März 1944 hergestellt (monokulares Visier). Die Schaufel wurde aber ab Januar 1944 nicht mehr montiert. Vielleicht hatten sie noch eine übrig. ;)


    Zudem wurden die Kettenglieder am Turm um 90° verdreht befestigt, was allerdings Klemmbausteinbedingt nicht anders möglich war.


    So, ich habe fertig! *lgo*


    Zusammenfassend würde ich sagen, auch wenn ich mich zuvor etwas in „Rage“ geschrieben haben, dass es sich um ein schönes Modell des Tiger I handelt, welches allerdings ein paar völlig unnötige Fehler aufweist.


    So, jetzt seid ihr dran. *p1*

  • Danke für das gelungene Review :thumbup: Der neue Tiger I gefällt mir auch recht gut und wird bestimmt noch seinen Weg in meine Sammlung finden. Auch sehr schön finde ich deinen Vergleich mit dem Tiger 131. Das die Kettenspannung falsch ist und die Kette nicht mehr oben auf den Laufrollen aufliegt, finde ich auch nicht so toll gelöst. Das sieht bei meinem WoT Tiger I richtig gut aus (und bei den anderen Varianten bestimmt ebenso). Den ein oder anderen Baufehler seitens Cobi muss dann wieder individuell ausgebessert werden.

  • Sehr schönes Review. Der Panzer wird auch noch definitiv den Weg in meine Sammlung finden. Deine 3 Kritikpunkte kann ich voll und ganz nachvollziehen. Vorallem mit der Kette ist echt blöd und unnötig. Schließlich gibt es ja eine Variante wo es definitiv passt. Ich finde auch generell super das Cobi immer wieder versucht auch neues zu verbauen oder neue Bautechniken zu verwenden, aber manchmal sollte man eben auch beim bewerten bleiben.

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